Die „Rheinische Post“ hatte gestern verlauten lassen, die Ratsmitglieder der Altparteien würden womöglich die von pro NRW angesetzte Sondersitzung zum Thema Schulen in Leverkusen platzen lassen, weil man sich nicht für zuständig hielte. Wenn man jetzt die skandalträchtigen Missbrauchsvorwürfe an der Hugo-Kükelhaus-Schule in Alkenrath vernimmt, weiß man: Diese Altparteien interessieren sich tatsächlich wohl kaum für die Sorgen und Nöte von Eltern und Schülern.
Der Fall, der jetzt sogar die Bezirksregierung beschäftigt, dreht sich um einen siebzehnjährigen Jungen, der wegen eines schweren Herzfehlers von einem Schülerbegleiter betreut werden muss. Diese Betreuung, obwohl angezeigt, wurde offenbar lange Zeit von der Schulleitung verhindert. Dann stand plötzlich der Vorwurf der Schulleitung im Raum, der Betreuer habe den Siebzehnjährigen „sexuell missbraucht“. Die Anschuldigung war nicht haltbar, und die Familie bat deshalb um die Weiterbetreuung des Jugendlichen durch den Betreuer. Als Antwort bekam sie die sonderbare Nachricht, dass ihr Sohn nun der Schule verwiesen sei.
Inzwischen werden auch andere Fälle öffentlich, die wiederum die Schulleitung stark belasten. So soll ein behindertes Mädchen in der Schule eingesperrt worden sein. Auch hier habe der Schülerbegleiter sich vergeblich für das Wohl des Kindes einzusetzen versucht. Die Mutter des Siebzehnjährigen hat sich inzwischen an die Stadt gewandt, die eine „stadtinterne Prüfung“ des Falles angeordnet habe und um „Geduld“ bittet. Pro NRW wird den Fall beobachten und dafür sorgen, dass hier nichts vertuscht wird. Als erstes könnten die Altparteien mit einer sachlichen Debatte in der von pro NRW anberaumten Sondersitzung zeigen, welchen Stellenwert für sie die Leverkusener Schulen haben.












